Tag 10
Die Artikel kommen oft später als sonst, doch da ich im Moment mit meiner zeitlichen Planung ein wenig rotiere und mir mein Kreislauf immer noch keine zuverlässigen Dienste leistet, geht das Schreiben für den NaNo selbst erst einmal vor. Denn allein dafür die Zeit und stellenweise auch die Motivation aufzubringen, um konsequent weiterzuschreiben, ist an manchen Tagen schwer. Dann entstehen verhältnismäßig geringe Wordcounts. Doch am 10. lief es zumindest so weit gut, als dass ich mein Tagespensum dazwischen schieben konnte. Nur Zeit für den Blog blieb leider nicht mehr.
Tag 11
Freitag hatte ich Streit mit meinem inneren Schweinehund. Ich fühlte mich ein wenig ferngesteuert und hatte keine Lust, mich zum Schreiben aufzuraffen. Doch ich bezwang dieses Motivationstief zunächst, setzte mich hin und schrieb um die 700 Wörter. Dann allerdings unterbrach ich, weil mich die Lust auf einen Milchkaffee in die Küche zwang. Dort angekommen stolperte ich über dieses und jenes, was man ja noch eben schnell nebenbei erledigen konnte, quatschte mit meinen Kindern und als ich wieder im Wohnzimmer vor dem PC saß, hatte ich doch glatt schon vergessen, dass ich ja weiterschreiben wollte. Mein Schweinehund hatte sich befreit und ist hinterrücks über mich hergefallen. Somit blieb es an dem Tag bei den 700 Wörtern, denn ein zweites Mal brachte ich den Kraftakt der Selbstüberwindung nicht auf. Doch ich nahm mir vor, für den nächsten Tag das Pensum deutlich zu erhöhen.
Tag 12
Doch auch der gestaltete sich anders, als geplant. Wetter und somit auch Kreislauf spielten mit, die Lust war auch da, doch dann klingelte das Telefon … Und eine liebe Freundin, die ich seit 2 Jahren nicht mehr gesehen hatte, meldete sich zu einem Spontanbesuch an. Dass ich die Prioritäten neu verteilte, muss ich glaube ich nicht extra erwähnen, oder? Vor Freude ganz hibbelig, bereiteten mein Mann und ich noch hier und da etwas vor und ich verbrauchte so die vollen 45 Minuten bis zur Ankunft meiner Freundin, obwohl ich sie zunächst zum Schreiben reservieren wollte, damit ich wenigstens noch ein paar Wörter auf den Wordcount schlagen konnte. Doch das war ein Satz mit X. Damit erfuhr der Tag im Vergleich zum vorherigen eine Steigerung … allerdings in die falsche Richtung. Mein Wordcount stagnierte, lediglich die Distanz zum Soll wurde kontinuierlich größer.
Tag 13
Am Sonntag wachte ich auf und war gedanklich gleich von der Tatsache gefangen, dass ich mit meinem Wordcount einiges unter dem Gesamtwert lag, den ich bei einem Durchschnitt von 1700 Wörtern pro Tag hätte haben sollen. Das versetzte mir einen kleinen Schock, denn in meiner gesamten NaNo-Zeit hatte ich den Fall noch nicht. Ich spürte, dass es diesen Punkt dringend zu überwinden galt, denn wenn ich nicht mindestens wieder an den Tageswert herankam, würde ich mir beim Gedanken an das Schreiben stets negative Gefühle mit einhandeln, die mir die Schreiblust versauen würden. In so etwas ticke ich ein wenig merkwürdig. Doch die Vorstellung, diese Aufholjagd erst einmal bewältigen zu müssen, damit ich wieder im grünen Bereich war, kratzte meine Laune etwas an. Den ganzen Tag trug ich es mit mir herum, und beschloss, schon ein paar Zeilen vor dem Abend zu schreiben, auch wenn meine Kinder zu Hause und somit Ablenkungen vorprogrammiert waren. Doch mir war jedes Wort recht, das ich schaffen würde. Völlig unverhofft blieb wohl über einen längeren Moment die Zeit für alle außer meinen Kopf und meinen Fingern stehen. Keine Unterbrechungen, völlig auf die Szenen konzentriert und nur eine dreiviertel Stunde später hatte ich meinen Rückstand bis auf 500 Wörter aufgeholt. Ich konnte es selbst nicht glauben, denn immerhin waren das etwas über 2000 Rückstand und das Kapitel, an dem ich schrieb, empfand ich zuvor noch als zäh und schleppend. Nach dem Abendbrot und dem Zubettbringen der Kinder ging es gleich weiter und in noch einmal eineinhalb Stunden hatte ich mir sogar noch das Polster eines Tagessolls herausgeschrieben. Glücklich und zufrieden schloss ich mit meinem 13. NaNo-Tag ab.